Allgemein

Zur Person

Als die IT noch EDV hieß

Mein erster Kontakt zur IT war 1983 ein Philips P2000 M in der Handelsakademie – mit einer CPU mit 2,5 MHz und 16 KByte RAM. Damals ein Schlüssel zu neuen Welten, heute ein lächerliches Stück Hardware. Drei Jahre später begann ich ein Wirtschaftstelematik-Studium an der TU Graz, um meine wirtschaftliche Ausbildung um genau diese Welt zu erweitern.

Ich lernte beispielsweise zu programmieren, Daten zu sortieren, elektronische Schaltungen zu entwickeln, Halbleiter zu dotieren … die neue Welt war faszinierend! Nebenbei lernte ich diverse Software-Programme kennen, wechselte von TOS zu MS-DOS und später zu MS Windows. Ich verschlang alle deutschsprachigen Fachmagazine, interessierte mich „für einfach alles“!

Ich im Schulungsraum mit 15"-Monitoren

Dieses EDV-Wissen konnte ich bei einem relativ jungen Unternehmen gut einsetzen: Das „bit Schulungscenter“ in Graz suchte damals EDV-affine junge Leute, die zahlenden Interessierten diverse Programme beibringen konnten. Dieses Umfeld war für viele Jahre mein Lebensmittelpunkt: Anfangs waren es Betriebssysteme, Betriebssystem-Tools und eine lange Reihe von Programmen, das ich anderen beibrachte. Einige Jahre später waren es nur mehr gestalterische Programme wie Aldus Pagemaker, Adobe Photoshop und Corel Draw.

In dieser Zeit wuchsen auch die Massenspeicher: Nach 5,25″-Disketten mit einer Kapazität von 360 KByte (den echten „Floppy Disks“) und 3,5″-Disketten (1,44 KByte) kamen Iomega ZIP-Laufwerke mit ganzen 100 MByte! – Alles unheimlich wenig im Vergleich zu den Kapazitäten der USB-Sticks und den späteren Möglichkeiten von Dropbox.

Ich bin älter als das Internet

Ende der 1990er konnte ich aufhören, mich in den CompuServe-Knoten in München einzuwählen – in Graz entstand mit inode ein früher Internet-Provider. Das alles geschah anfangs über eine Telefonleitung und einer Transfergeschwindigkeit von 14,4 kBit/s, später mit ISDN und ‚rasend schnellen‘ 56 KBit/s.

Ich lehrte die Erstellung von grafisch anspruchsvollen Websites mit Adobe Photoshop (*zwinker*), erlebte die Entwicklung der HTML-Generatoren wie Dreamweaver, den Fortschritt bei HTML und CSS, sah den Aufstieg und Fall von Flash. Rückblinkend war es eine Zeit der schnellen Veränderungen.

Closeup meins Gesichts

Irgendwann später kamen Mobiltelefone mit grafischen Fähigkeiten auf den Markt, noch später das iPhone. Und damit war etwas in der Welt, das alles noch schneller und vor allem tiefer veränderte. Plötzlich konnte man unterwegs Webseiten aufrufen und diverse Medien konsumieren. Irgendwann bevorzugte Google in seinem Suchmaschinen-Ranking Webseiten für Mobilgeräte und die Websites wurden responsive.

Bei den Apps war ich anfangs begeistert von Facebook und Google+, um mich mit meinen ehemaligen Kolleg:innen zu vernetzen. Ich suchte Web-Inhalte mit Altavista, nutzte Netscape Navigator als Browser, nutzte Skype als Kommunikator.

Warum erzähle ich das?

Nach über 30 Jahren in der EDV und IT habe ich viele Ideen kommen und gehen gesehen. In aller Regel habe ich die neuen Technologien mit echter Begeisterung aufgesaugt, habe an die laufende Verbesserung der Welt geglaubt. Und es hat – nachträglich gesehen – unterschiedlich lange gedauert, um endlich einen neutralen Blick auf die jeweiligen Innovationen zu erreichen.

Ich trage gleichzeitig Begeisterung und Skepsis in mir, erinnere mich an viele Irrwege – und kann diese Vielschichtigkeit und Erfahrung zum Vorteil von innovativen Projekten beitragen.